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Braune Katze liegt auf einem grauen Katzenbett

Katzenzucht: Katzenzüchter werden

6 min Lesezeit

Gehörst du auch zu den Katzenliebhabern, die mit dem Gedanken spielen, selbst Katzenzüchter zu werden und eine Hobbyzucht mit Katzen anzufangen?

Dann gibt es auf jeden Fall mehrere Faktoren, die du berücksichtigen solltest, bevor du diese Entscheidung fällst. Katzenzucht ist zwar weniger streng geregelt als die Hundezucht; auf die leichte Schulter solltest du dieses aufwändige Hobby aber keinesfalls nehmen! Außer den finanziellen Aspekten spielen auch rechtliche und emotionale Kriterien eine Rolle. Hier bieten wir dir einen Überblick darüber, was du als Katzenzüchter beachten solltest und was du alles benötigst.

Wir empfehlen aber trotzdem, dir in jedem Fall vorab zusätzlich fachkundige Informationen und Tipps von anderen eingetragenen Katzenzüchtern zu holen und dich im Vorfeld mit ihnen auszutauschen. Auch über die spezielle Katzenrasse, die du züchten möchtest, solltest du dir vorab viel Wissen anlesen, bevor du das Abenteuer Katzenzucht beginnst! Ein fundiertes Wissen über Katzenrassen, ihre Besonderheiten, Genetik, speziellen Krankheiten und natürlich auch allgemein über Katzenerziehung und artgerechte Haltung sind für einen Hobby-Katzenzüchter eine absolute Grundvoraussetzung!

Wer darf Katzenzüchter werden?

Zwei Katzen, die auf dem Sofa aufblicken

Der Gesetzgeber gibt dazu keine Richtlinien vor: somit darf sich jeder in Deutschland „Katzenzüchter“ nennen, der zwei Katzen miteinander verpaart und sich an das geltende Tierschutzgesetz hält.

Wichtig für Züchter von Katzen ist der sogenannte „Qualzucht-Paragraf“1. Durch ihn ist in Deutschland die Zucht von verschiedenen extremen Katzenrassen verboten. Seriöse und verantwortungsvolle Züchter gehören in der Regel einem Zuchtverband bzw. Katzen-Zuchtverein an. Diese haben bestimmte Regeln und Zuchtrichtlinien zur Katzenzucht festgelegt, an die sich die Vereinsmitglieder halten müssen. Und nur als Mitglied eines solchen Vereins kann man Kitten mit einem allgemein anerkannten Abstammungsnachweis verkaufen. Außerdem kannst du so von dem großen Erfahrungsschatz anderer Katzenzüchter profitieren und dich mit ihnen austauschen!

Was ist Katzenzucht?

Zunächst ist es einfacher zu definieren, was Katzenzucht nicht ist, nämlich: 

  • Die eigene Katze mit einer andersgeschlechtlichen Katze zur Paarung zusammenzuführen. Denn allein der Grund, kleine Kitten als Nachwuchs zu bekommen, ist kein ausreichendes Zuchtziel, um sich als „Züchter“ zu bezeichnen.

Katzenzucht ist: 

  • Eine gezielte Verpaarung von gleichrassigen Katzen (davon gibt es seltene Ausnahmen), durch Auswahl des Katzenzüchters. Das Zuchtziel ist, eine Verbesserung der Nachkommen (im Verhältnis zu den Elterntieren) zu erreichen. Die Verbesserung kann in körperlichen Merkmalen, der Fitness, der Charaktereigenschaften und gesundheitlichen Aspekten bestehen (Verbesserungszucht).
  • Eine Zucht, die den Erhalt und die genetische Vielfalt einer Rasse zum Ziel hat (Erhaltungszucht).

Ist eine Katzenzucht lukrativ?

Oder: Was Katzenzüchter wirklich verdienen ….

Es stimmt zwar, dass bestimmte Katzenrassen für viel Geld verkauft werden. Was die meisten dabei allerdings übersehen, ist, dass die Ausgaben und Kosten für die Katzenzucht ziemlich hoch sind und außerdem sehr viel Zeit investiert werden muss. Ausreichend Platz und eine katzengerechte Ausstattung sollten ebenfalls als Grundvoraussetzung vorhanden sein.
Oftmals decken die Einnahmen die Kosten nur knapp bis gar nicht. Das bedeutet, dass Katzenzucht ein ziemlich kostspieliges Hobby sein kann und in jedem Fall auch ein finanzielles Polster notwendig ist, wenn du damit anfangen willst. Da sich eine Katzenzucht hauptberuflich eher nicht eignet, solltest du außerdem sicherstellen, dass du ausreichend Zeit neben deinem eigentlichen Job dafür aufbringen kannst. Auch Unterstützung vom Partner oder Familienmitgliedern sollten dir sicher sein, sodass jemand für dich einspringen kann, wenn du zeitlich oder krankheitsbedingt verhindert bist.

Hier haben wir die dir im Folgenden einmal eine Übersicht zusammengestellt, welche Kosten du bei einer Katzenzucht einplanen solltest:

  • Kosten für eine Katzenversicherung
  • Kosten fürs Impfen der Zuchtkatzen und Kitten
  • Kosten für Wurmkuren
  • Eventuell Deckgebühren bzw. Kosten für die Katersuche
  • Kosten für Vorsorgeuntersuchungen und Geburtsnachtsorge
  • Kosten bei Krankheiten beim Tierarzt
  • Kosten für spezielles, hochwertiges Katzenfutter und Zusatzernährung
  • Kosten für die Ausstattung (z.B. Decken, Schlafplätze, Katzenklos, Kratzbäume, Näpfe, Spielzeug, Trinkbrunnen, Wurfkisten).
  • Kosten für ausreichend Platz und Räumlichkeiten: Ein eigenes Zimmer jeweils für das Muttertier, evtl. für den Deckkater und eins für das Kitten sind empfehlenswert. Dazu fallen öfters Renovierungskosten an, wenn die Räume stark beansprucht werden.
  • Vereinsgebühren oder Kosten für Ausstellungen
  • Kosten für Verkaufs-Anzeigen in Fachzeitschriften
  • Fazit: Nach Ansicht von Experten lässt sich mit Katzenzucht legal und unter Einhaltung des Tierschutzgesetzes kein Gewinn machen bzw. Geld verdienen.

Ab wann ist eine Katzenzucht gewerblich?

Das regeln die allgemeinen Verwaltungsvorschriften zum Tierschutzgesetz: 

  • Ab 5 fortpflanzungsfähigen Katzen
  • Oder ab 5 Würfen pro Jahr

Dort heißt es dann auch, dass, wer Wirbeltiere gewerbsmäßig züchtet und mit Ihnen handelt, die Erlaubnis der zuständigen Behörde braucht!“2 Erst nach Erteilung der Erlaubnis darf also mit der Katzenzucht begonnen werden. Auch danach wird der Katzenzüchter regelmäßig vom Veterinäramt geprüft und kontrolliert.

Außerdem wird ein Katzenzüchter steuerpflichtig, sobald er Katzen an Privatleute verkauft. Das bedeutet, du musst als Züchter dem Finanzamt deinen Gewinn aus der Katzenzucht angeben. Allerdings kannst du hierfür die Ausgaben für die entstandenen Kosten auch vorher abziehen.

Umsatzsteuerpflichtig wird die Katzenzucht meist nur ab einem fünfstelligen Mindestbetrag. Dieser wird durch Katzenzucht allerdings höchst selten erreicht. Bei Selbstständigen gelten wiederum andere Regeln. Am besten informierst du dich vorher bei einem Steuerberater oder bei deinem Finanzamt über die steuerlichen Vorgaben und Details.

Wir empfehlen dir vor dem Anmelden einer gewerblichen Zucht auch eine Beratung durch einen Anwalt, was alle rechtlichen Vorgaben und Belange angeht.

Katzenzucht: Was ist sonst noch zu beachten?

Außer den rechtlichen Richtlinien und Vorgaben gibt es bei der Entscheidung zur Katzenzucht noch weitere Aspekte zu beachten:

  • Bist du nervlich und emotional belastbar genug? Bei einer Katzenzucht musst du leider auch oft mit Krankheit und Tod deiner geliebten Katzen umgehen können. Und trotz all deiner aufopfernden Liebe und Fürsorge musst du dich immer wieder von den liebgewonnenen Kleinen verabschieden, wenn du sie in fremde Hände abgibst. Manchmal grassieren auch Infektionen oder andere Katzenkrankheiten, bei denen alle Katzen gleichzeitig behandelt werden müssen. All das verlangt Nervenstärke! Wenn dich die Abschiede und Todesfälle jedes Mal zu sehr mitnehmen, dann ist eine Katzenzucht vielleicht doch nicht das Richtige für dich.
  • Stehen dir für eine Katzenzucht ausreichend Platz mit unterschiedlichen Räumlichkeiten zur Verfügung?
  • Ist sichergestellt, dass du in der Lage bist, genügend Käufer für die gezüchteten Kitten zu finden?
  • Richtlinien und Vorgaben zur Gesundheit der Mutterkatze: Auch diese sind natürlich zu beachten. Meistens darf sie frühestens ab einem Jahr gedeckt werden. Die Vereinsrichtlinien geben auch vor, wie oft und in welchen Abständen sie gedeckt werden darf. Die Mutterkatze sollte selbstverständlich gesund und in guter Verfassung sein und der körperlichen Herausforderung als Zuchtkatze gewachsen. Dafür ist vorab ein umfassender Gesundheitscheck nötig. Dein Tierarzt wird dir zusätzlich rassespezifische Untersuchungen auf spezielle Krankheiten empfehlen. Auch diese Richtlinien, die die Gesundheit der Mutterkatze betreffen, sind in den jeweiligen Katzenzuchtvereinen genaustens geregelt und an diese Vorgaben musst du dich halten, sonst droht ein Ausschluss.

Fazit: Wenn dich all diese Vorgaben, emotionalen und finanziellen Belastungen nicht abschrecken, dann wünschen wir die viel Glück und Erfolg bei deinem neuen Hobby Katzenzucht! Denn eigentlich ist es kein normales Hobby, sondern eine Berufung, die viel Leidenschaft und Herzblut erfordert! 

 


Quellenangaben:
1 § 11b TierSchG
2 § 11 Absatz 1 Nr. 8 a) TierSchG