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Geburt und Anzeichen von Wehen bei Hunden

8 min Lesezeit

Es gibt nichts Spannenderes, als zu erfahren, dass deine Hündin trächtig ist. Da die Trächtigkeit bei Hunden nur etwa zwei Monate dauert, kannst du dich schon bald auf kleine Welpen freuen!

Wenn deine Hündin trächtig ist, wirst du dir sicherlich die Frage stellen: „Wie bringen Hunde ihre Jungen zur Welt?“ Wenn die Geburt kurz bevorsteht, solltest du vorbereitet sein. Hier zeigen wir dir, was dich nun erwartet und in welchen Phasen die Geburt bei Hunden verläuft.

Die Geburt von Hunden verläuft wesentlich reibungsloser als bei uns Menschen. Die Welpen kommen in der Regel ohne weitere Komplikationen auf die Welt. Deine Hündin kann dies in der Regel ganz gut selbst bewältigen, aber bleibe während der Geburt bei ihr, falls doch Komplikationen auftreten.

Bitte den Tierarzt um Rat, wenn du Fragen zur Trächtigkeit bei Hunden hast oder dich hinsichtlich der Geburt sorgst. Er wird dich sicherlich beruhigen können.

Unser PetCare Team hat ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt, damit du bestmöglich auf den Zeitpunkt vorbereitet bist, wenn deine Hündin Junge zur Welt bringt.

 

Vorbereitung auf die Geburt

Ein Wurflager bauen

Deine Hündin benötigt ein ruhiges Plätzchen, an dem sie entspannt und in Ruhe ihre Jungen zur Welt bringen kann. Du kannst ihr dabei helfen, indem du ihr innerhalb der letzten zwei Wochen der Trächtigkeit ein Wurflager baust

Für die Geburt bei Hunden eignet sich am besten ein Pappkarton mit einer Welpenunterlage (sollte es einmal zu kleineren „Unfällen“ kommen) sowie sauberen Laken, Bettbezügen oder Handtüchern darin. Sorge dafür, dass der Karton groß genug für deine Hündin und ihren Wurf ist und die werdende Mutter dennoch etwas Platz für sich hat, wenn sie ihn braucht. Der Karton sollte darüber hinaus über eine ausreichende Höhe verfügen, sodass die neugierigen Welpen nicht auf Erkundungstour gehen können!

Hunde bevorzugen oft die Küche als Geburtsstätte, da sie sich an diesem Ort besonders sicher fühlen und wissen, dass sie hier ihre Nahrung bekommen.

Stelle das Wurflager an einem ruhigen Ort bei Zimmertemperatur auf, wo deine Hündin ungestört ist und es bequem hat. Sie wird das Wurflager noch eher akzeptieren, wenn du ihr Hundebett und Spielzeug hineinlegst (solange beides sauber ist). So wird sie sich dort noch wohler fühlen, bevor die Geburt einsetzt.

Hilfe zur Hand haben

Die Geburt deiner Hündin sollte reibungslos verlaufen, aber dennoch empfiehlt es sich, ihr hilfreich zur Seite zu stehen, sie zu beruhigen und für sie da zu sein, sollten Komplikationen auftreten.

Frage den Tierarzt noch vor der Geburt, unter welcher Nummer er außerhalb der Praxiszeiten erreichbar ist, da die Jungen häufig nachts auf die Welt kommen. Informiere den Tierarzt über den errechneten Geburtstermin (sofern er diesen noch nicht kennt), damit er weiß, wann er gegebenenfalls zu Hilfe eilen muss. Wenn deine Hündin bei der Geburt ihrer Jungen Probleme hat, kann es sein, dass du sie zum Tierarzt bringen musst – stelle daher sicher, dass dir im Fall der Fälle ein Transportmittel zur Verfügung steht.

Für den Fall, dass du deiner Hündin bei der Geburt helfen musst, solltest du eine Nagelschere und einige saubere, trockene Handtücher bereithalten. Wenn es sich um einen großen Wurf handelt, benötigst du gegebenenfalls noch einen zweiten Korb, damit genügend Platz für alle Welpen vorhanden ist!

Wenn du die Jungen von ihrer Mutter wegnehmen musst, musst du sie warm halten. Am besten nutzt du hierzu ein in der Mikrowelle aufgeheiztes Körnerkissen; eine Wärmflasche eignet sich nicht so gut, da die Welpen mit ihren spitzen Zähnchen oder ihren Krallen Löcher darin verursachen können.

Welche Anzeichen zu berücksichtigen sind

Eines der ersten Anzeichen für eine bevorstehende Geburt ist ein Abfall der Körpertemperatur deiner Hündin von 38,5 °C auf 37 °C – in der Regel setzt die Geburt dann etwa 12 bis 24 Stunden später ein.

Um den Zeitpunkt der Geburt zu ermitteln, solltest du die Temperatur deiner Hündin in der letzten Trächtigkeitswoche zweimal am Tag rektal messen. Bitte den Tierarzt, dir zu zeigen, wie das geht, wenn du dir nicht sicher bist. Wenn du bemerkst, dass das Temperaturmessen Stress für deine Hündin bedeutet, stellst du es besser ein. Wichtig ist vor allem, dass sie jetzt so ruhig wie möglich bleibt.

In der letzten Woche der Trächtigkeit bei Hunden wird die werdende Mutter wahrscheinlich etwas nervös und zieht sich an einen ruhigen Ort zurück. Auch Appetitlosigkeit und Scharren im Hundebett sind innerhalb der letzten 12 bis 24 Stunden vor der Geburt nicht ungewöhnlich.

Es kann vorkommen, dass deine Hündin das Wurflager an einen anderen Ort im Haus zerrt. Ist das der Fall, solltest du es möglichst nicht wieder von dem von ihr favorisierten Platz wegbewegen.

 

Die Phasen der Wehen und der Geburt

In der Regel verläuft die Geburt bei Hunden reibungslos und frei von Komplikationen. Halte dich möglichst zurück, aber sei bei der Geburt dabei, damit du deine Hündin unterstützen und bei eventuellen Problemen eingreifen kannst. Die Geburt dauert normalerweise 3 bis 12 Stunden und verläuft in drei Phasen.

Hilfe während der Geburt

Wenn alles gut geht, wirst du nicht in den Geburtsvorgang deiner Hündin eingreifen müssen, aber manchmal braucht die werdende Mutter etwas Unterstützung. Es gibt ein paar Situationen, in denen du dich einschalten solltest.

  • Ein Welpe benötigt Hilfe, während die Mutter gerade einen weiteren zur Welt bringt. In diesem Fall solltest du die Fruchtblase, in der sich der Welpe befindet, entfernen und ihn mit einem sauberen Lappen schnell und gegen den Strich trockenreiben. Durch das Reiben wird er dazu angeregt, seinen ersten kräftigen Atemzug zu tun.
  • Wenn die Mutter einen Welpen noch nicht geputzt hat, befindet sich möglicherweise noch etwas Flüssigkeit in seinen Atemwegen. Stecke deinen sauberen kleinen Finger in sein Maul und säubere es. Wische auch über seine Nase. Reibe ihn mit einem Handtuch, damit er Laut gibt – auch das entfernt Flüssigkeit, die er geschluckt haben könnte.
  • Wenn die Mutter gerade dabei ist, einen weiteren Welpen auf die Welt zu bringen, musst du gegebenenfalls die Nabelschnur eines zuvor geborenen Welpen durchschneiden. Binde hierzu die Nabelschnur mit einem Faden ungefähr 2,5 cm vom Körper des Welpen entfernt ab. Knote einen weiteren Faden etwas weiter vom Körper entfernt ab, und schneide die Nabelschnur dazwischen mit einer sauberen Schere durch. Schneide die Schnur nicht zu nah am Körper des Welpen ab, um seine Gesundheit nicht zu gefährden. Du solltest sie aber auch nicht zu lang lassen, denn sonst könnte die Mutter anfangen, daran zu kauen, und sie verschlucken.

Nach der Geburt

Wenn du sicher bist, dass die Geburt vorbei ist und alle Anwesenden sich bester Gesundheit erfreuen, solltest du deiner Hündin etwas zu trinken und zu fressen geben. Verwende das normale Welpenfutter, das sie auch bereits während der Trächtigkeit erhalten hat, denn gerade jetzt braucht sie etwas, das sie kennt und das sanft zu ihrem Magen ist.

Helfe ihr dabei, nach draußen an die frische Luft zu gehen und ihr Geschäft zu verrichten – gerade am Anfang wird sie hierbei noch Schwierigkeiten haben. Entferne und ersetze die Tücher und Laken, die während der Geburt beschmutzt wurden, und verschaffe dann der jungen Familie etwas Ruhe und Zeit für sich.

Wenn die Welpen auch eine Stunde nach der Geburt noch nicht gesaugt haben, musst du ihnen gegebenenfalls helfen, die Zitzen ihrer Mutter zu finden, denn sicherlich sind sie sehr hungrig! Wenn es mehr Junge als Zitzen gibt, musst du die Jungen unter Umständen selbst austauschen, bis sie gelernt haben, zu teilen.

Wenn deine Hündin auch nach Ende des Geburtsvorgangs noch presst und keine Jungen hervorbringt oder nicht arg daran interessiert scheint, sich um ihren Wurf zu kümmern, rufe den Tierarzt.

Manchmal muss man die Jungen nach der Geburt mit der Hand aufziehen, aber das passiert nur selten. Wenn du Fragen oder Bedenken bei der Handaufzucht von Welpen hast, bitte den Tierarzt um Rat.

Alles, was du jetzt noch tun musst, ist, das Wunder der Geburt und die Ankunft der kleinen Welpen zu feiern – herzlichen Glückwunsch!