Niemand stellt sich gerne vor, dass sein Hund Würmer haben könnte. Doch Würmer bei Hunden sind nichts Ungewöhnliches – tatsächlich hatten die meisten Welpen oder Hunde irgendwann in ihrem Leben schon einmal Würmer!
Oft nehmen Welpen Wurmlarven bereits über die Muttermilch auf. Je nach Wurmart gibt es unterschiedliche Ansteckungswege, z. B. über den Kot infizierter Tiere, über das Fressen von Zwischenwirten (z. B. Erbeuten von Nagetieren, Fressen von Aas, Rohfleischfütterung, Fressen von Schnecken). Andere Wurmarten können durch Flöhe übertragen werden. Meist lässt sich ein Wurmbefall beim Hund gut behandeln.
Um das Risiko eines Wurmbefalls und damit verbundene gesundheitliche Probleme gering zu halten, ist es ratsam, deinen Hund in regelmäßigen Abständen gegen Würmer zu behandeln oder ihn auf einen Befall hin untersuchen zu lassen.
Arten von Würmern bei Hunden
Es gibt viele verschiedene Arten von Würmern bei Hunden. Einige kommen häufiger vor als andere. Je nach Wurmart können teilweise verschiedene Symptome auftreten. Achte daher auf ungewöhnliche Anzeichen. Würmer im Kot deines Hundes, Erbrechen, Durchfall oder Gewichtsverlust sind mögliche Hinweise auf diese kleinen Parasiten. In vielen Fällen ruft ein Wurmbefall jedoch kaum Symptome hervor und lässt sich äußerlich nicht erkennen.
- Welpen infizieren sich mit Spulwürmern (Toxocara spp. und Toxascaris spp.) über die Milch ihrer Mutter, mitunter bereits während der Trächtigkeit über die Plazenta des Muttertieres.
- Deshalb ist es ratsam, trächtige und säugende Hündinnen mit einem sicheren, tierärztlich zugelassenen Mittel zu entwurmen. Welpen sollten ab der zweiten Lebenswoche in zweiwöchigen Intervallen parallel zur Mutter entwurmt werden. Hunde können sich zudem durch das Fressen von infizierten Nagetieren, durch Rohfleischfütterung oder über den Kot infizierter Tiere anstecken.
- Die Wurmeier werden über den Kot des Hundes ausgeschieden und lassen sich oft durch die Untersuchung einer Kotprobe nachweisen. Die etwa 10 cm langen Spulwürmer sind bei Hunden manchmal im Kot oder in schweren Fällen im Erbrochenen sichtbar.
- Typisch für einen Befall bei Welpen ist ein dicker, aufgetriebener Bauch.
- Bei erwachsenen und ansonsten gesunden Hunden bestehen häufig kaum Symptome.
- Hunde können sich mit Bandwürmern (Großer Bandwurm, Fuchsbandwurm, Hundebandwurm) durch infizierte Tierkadaver (wie Nagetiere, Schafe oder Kaninchen) oder durch Flöhe (Gurkenkernbandwurm) anstecken.
- Segmente von manchen Bandwürmern können im Kot deines Hundes oder an seinem Hinterteil sichtbar sein und sehen aus wie Reiskörner (z. B. beim Gurkenkernbandwurm). Der Fuchsbandwurm hingegen ist zu klein, um ihn mit bloßem Auge zu erkennen.
- Diese Würmer kommen teilweise in Mitteleuropa und in südeuropäischen Ländern vor.
- Die Larven von Hakenwürmern gelangen oft in den Körper, indem sie die Haut (z. B. an den Pfoten) durchdringen, mitunter infizieren sich Welpen über die Muttermilch. Eine Ansteckung mit Peitschenwürmern erfolgt über infizierten Kot von Artgenossen.
- Dieser Wurm (Angiostrongylus vasorum) ist etwas anders, da er in den Blutgefäßen und luftführenden Wege des Hundes lebt und die Lunge beeinträchtigt. Husten und Atemnot können auf eine Infektion hinweisen.
- Hunde können sich mit diesem Wurm anstecken, wenn sie infizierte Schnecken oder Nacktschnecken fressen.
- Eine Ansteckung mit diesem Wurm (Dirofilaria immitis) erfolgt vor allem in warmen Regionen wie Südeuropa bzw. im gesamten Mittelmeerraum.
- Dein Hund kann sich vor allem mit ihm infizieren, wenn ihr gemeinsam in den Urlaub fahrt. Außerdem können Hunde befallen sein, die aus Risikogebieten stammen und nach Deutschland importiert wurden.
- Hunde infizieren sich durch Mückenstiche.
- Vor einer gemeinsamen Reise in gefährdete Gebiete solltest du abwägen, ob du deinen Hund unbedingt mitnehmen musst oder besser eine gute Betreuung zu Hause organisierst. Ist dies nicht möglich, ist es wichtig, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Dazu zählt ein Schutz vor Stechmücken und eine vorsorgliche Entwurmung ggf. während und in jedem Fall nach der Reise.
Wir haben eine Liste mit einigen der häufigsten Wurmarten bei Hunden zusammengestellt, wie sie übertragen werden und wie sie sich bemerkbar machen können.
Symptome von Würmern bei Hunden
Es ist nicht immer leicht, Würmer bei Hunden zu erkennen. Wenn du unsicher bist oder nicht weißt, um welche Art es sich handelt, kann eine tierärztliche Untersuchung klären, ob ein Problem vorliegt. Regelmäßige Besuche beim Tierarzt oder bei der Tierärztin helfen, Gesundheitsprobleme früh zu erkennen und zu behandeln. Hole immer erst tierärztlichen Rat ein, bevor du deinen Hund gegen Würmer behandelst – manche Beschwerden, die auf Würmer hinweisen, können eine andere Ursache haben.
Hier sind einige Anzeichen für Würmer bei Hunden, auf die du achten solltest:
- Würmer im Kot, Erbrochenen oder am Hinterteil des Hundes
- Juckreiz in der Analgegend, der Hund rutscht mit dem Po über den Boden (“Schlittenfahren”)
- Schwäche und Antriebslosigkeit
- Durchfall oder Erbrechen
- Gewichtsverlust trotz gutem Appetit
- Ein ungewöhnlich aufgeblähter Bauch
- Starkes Erbrechen, Appetitlosigkeit und Antriebslosigkeit können auf einen schweren Wurmbefall hindeuten, der bei Welpen im Extremfall zu einem Darmverschluss führt.
- Husten und eine gestörte Blutgerinnung, zusammen mit anderen Symptomen, können auf Lungenwürmer hindeuten.
Oft zeigen erwachsene und ansonsten gesunde Hunde kaum Symptome, obwohl sie von Würmern befallen sind. Das Ansteckungsrisiko eines Hundes variiert je nach Haltung und Fütterung. Besprich mit deinem tierärztlichen Team das individuelle Risiko deines Hundes. Danach lässt sich eine sinnvolle Entwurmungsstrategie ausrichten.
Behandlung und Vorbeugung von Würmern bei Hunden
Wenn dein Welpe aus einer seriösen Zucht oder einem Tierheim stammt, sollte er bereits wurmfrei sein, da er vor der Abgabe entwurmt wurde. Bewahre die Unterlagen zur Wurmkur gut auf. Deine Tierärztin oder dein Tierarzt kann dir sagen, wie oft ein Hund entwurmt werden sollte, damit du eine Routine entwickeln kannst. Wenn du die Wurmbehandlungen deines Hundes im Blick behältst und regelmäßig auf Symptome achtest, ist das Risiko gesundheitlicher Probleme durch Würmer deutlich geringer.
Nicht nur Welpen müssen beobachtet werden – auch erwachsene Hunde brauchen regelmäßige Wurmkuren, da sie sich auf ihren Abenteuern anstecken können! Dein tierärztliches Team kann dir ein geeignetes Mittel empfehlen und dich über Symptome von Würmern bei Hunden informieren. Außerdem erfährst du, wie oft dein Hund entwurmt werden sollte.
Eine Alternative zur regelmäßigen Entwurmung ist die Untersuchung von Kotproben. Dabei werden Kotproben deines Hundes unter dem Mikroskop auf Wurmeier untersucht. Allerdings lassen sich bei infizierten Hunden nicht immer Wurmeier im Kot nachweisen, das heißt, dein Hund kann auch dann Würmer haben, wenn im Kot keine Wurmeier gefunden wurden. Lebt der Hund zusammen mit kleinen Kindern, älteren oder kranken Menschen, ist es sinnvoll, den Hund regelmäßig zu entwurmen, um Ansteckungen bei diesen empfindlichen Personengruppen vorzubeugen.
Wenn dein Hund dich ins Ausland begleitet, sind bestimmte Wurmbehandlungen vorgeschrieben. Informiere dich vor der Reise darüber! Frag rechtzeitig in deiner tierärztlichen Praxis nach den erforderlichen Bestimmungen, damit du gut vorbereitet bist. Erfahre in unserem leicht verständlichen Leitfaden mehr darüber, wie du sicher mit deinem Hund im Flugzeug reisen kannst.
Übertragung von Hundewürmern auf andere Tiere und auf Menschen
Manchmal werden Würmer von Hunden auf Menschen übertragen oder verbreiten sich über den Kot von Hund zu Hund. Deshalb ist es besonders wichtig, den Kot deines Hundes draußen einzusammeln und über den Müll zu entsorgen. Das hilft, eine erneute Infektion zu verhindern und schützt seine Spielkameraden.
Auch wenn es für deinen Hund verlockend sein mag, lass ihn keine Schnecken oder Nacktschnecken fressen. Halte ihn außerdem davon ab, Beutetiere, Aas oder den Kot anderer Tiere zu fressen. Gib deinem Hund stets vollständig durchgegartes Fleisch oder kommerziell erhältliches Hundefutter. Wenn du Rohfleisch füttern möchtest, achte darauf, dass das Fleisch zuvor bei mindestens -18 Grad Celsius über eine Woche eingefroren war. Eine Infektion beim Menschen ist zwar selten, aber achte trotzdem auf gute Hygiene. Zum Beispiel sollten Kinder nach dem Spielen mit deinem Hund immer die Hände waschen – sicher ist sicher. Auch für Erwachsene sollte die Handhygiene selbstverständlich sein. Reinige Hundespielzeug sowie Futter- und Trinknapf täglich mit mindestens 60 Grad Celsius heißem Wasser.
FAQ
Wie bekommen Hunde Würmer?
Hunde können Würmer bekommen, indem sie Wurmeier oder Larven aufnehmen, die in kontaminierter Erde, Wasser, Kot oder Beutetieren bzw. in Rohfleisch vorkommen. Sie können sich durch Flöhe anstecken, die Bandwurmlarven übertragen, oder beim Säugen, wenn die Mutterhündin infiziert ist. Einige Würmer wie Hakenwürmer können direkt durch die Haut eindringen. Besonders Welpen sind gefährdet und können sich bereits im Mutterleib infizieren.
Wie erkenne ich, ob mein Hund Würmer hat?
Anzeichen für Würmer bei Hunden können Gewichtsverlust, ein aufgeblähter Bauch, Erbrechen, Durchfall, „Schlittenfahren“ (das Rutschen mit dem Hinterteil über den Boden) oder sichtbare Würmer im Kot oder Erbrochenen sein. Manche Hunde zeigen Müdigkeit, ein stumpfes Fell oder gesteigerten Appetit. In einigen Fällen können die Symptome jedoch mild oder gar nicht vorhanden sein, weshalb regelmäßige tierärztliche Untersuchungen wichtig sind.
Wie oft sollte ein Hund entwurmt werden?
Erwachsene Hunde sollten mindestens alle drei Monate entwurmt werden. Welpen benötigen oft häufiger eine Wurmkur – normalerweise alle zwei Wochen bis zur zwölften Lebenswoche und dann ggf. monatlich bis zum Alter von sechs Monaten. Der Entwurmungsplan kann je nach Lebensstil und Risikofaktoren des Hundes variieren. Halte dich immer an die tierärztlichen Empfehlungen.
Wie sehen Würmer im Hundekot aus?
Würmer im Hundekot können wie kleine, reiskornartige Stücke aussehen (Segmente von bestimmten Bandwürmern) oder wie lange, spaghettiförmige Stränge (Spulwürmer). Hakenwürmer, Peitschenwürmer und andere Wurmarten sind meist aufgrund ihrer geringen Größe und ihres Aufenthaltsortes im Körper nicht sichtbar. Wenn dir etwas Ungewöhnliches im Kot deines Hundes auffällt, wende dich an deine tierärztliche Praxis für eine genaue Diagnose und Behandlung.
Alles in allem sind Würmer bei Hunden in der Regel kein Grund zur Sorge. Wenn du sie rechtzeitig erkennst und behandelst, wird dein Hund schnell wieder glücklich und gesund sein!
Es gibt jedoch noch andere Parasiten, auf die du achten solltest, wie Milben und Zecken. Weitere Informationen zur Behandlung von Zecken und anderen Parasiten findest du in unserem leicht verständlichen Leitfaden.