Warum trinkt mein Hund so viel Wasser?
Musst du den Wassernapf deines Hundes plötzlich viel häufiger auffüllen als sonst? Wenn dein Hund extrem viel trinkt, kann das ein erstes Anzeichen für ein gesundheitliches Problem sein.
Hunde können aus ganz unterschiedlichen Gründen viel Wasser trinken. Genau wie wir Menschen an heißen Sommertagen oder nach salzigen Snacks schneller durstig werden, haben auch unsere Vierbeiner je nach Temperatur und Auslastung mehr Durst.
Manchmal stecken aber auch gesundheitliche Probleme hinter dem häufigen Gang zum Wassernapf. Ein Besuch bei der Tierärztin oder dem Tierarzt ist dann der beste Weg. Unser Tipp: Miss die Wassermenge beim Befüllen des Napfes mit einem Messbecher ab und schreibe auf, wie viel dein Hund am Tag trinkt. Diese Information ist für den Tierarztbesuch eine wertvolle Hilfe! Hier erfährst du alles über die typischen Ursachen für vermehrtes Trinken bei Hunden.
Wie viel sollten Hunde trinken?
Das hängt ganz von Alter, Rasse, Aktivitätslevel und der Fütterungsart ab. Als Faustregel gilt: Ein gesunder Hund braucht täglich etwa 20-70 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Trinkt dein Hund dauerhaft mehr als das, trinkt er möglicherweise ungewöhnlich viel. Natürlich ist jeder Hund anders: An heißen Tagen ist mehr Durst völlig normal. Wenn es aber keinen offensichtlichen Grund für den Durst gibt, könnte eine Krankheit dahinterstecken.
6 Gründe, warum dein Hund sehr viel Wasser trinkt
Hunde trinken oft mehr, wenn sie sich langweilen, ihnen warm ist, sie salzige Leckerlis gefressen haben oder schlicht dehydriert sind. Es gibt aber auch andere Gründe, wie die Nebenwirkungen von Medikamenten oder Krankheiten.
1. Dein Hund ist dehydriert
Starker Durst, extremes Hecheln und ein trockener Rachen sind typische Warnsignale, dass dein Hund zu wenig Flüssigkeit im Körper hat. Sorge dafür, dass immer frisches Wasser bereitsteht, an das dein Hund leicht herankommt. Vor allem ältere Hunde freuen sich über mehrere Näpfe im Haus, damit sie für einen Schluck Wasser keine weiten Wege laufen müssen.
Wenn du vermutest, dass dein Hund wegen Dehydrierung so viel trinkt, kann das schnell zu einem Hitzschlag führen, der einen medizinischen Notfall darstellt. Bringe deinen Hund sofort an einen kühlen Ort und biete ihm Wasser an. Zwinge ihn aber nicht zum Trinken, da das nur für zusätzlichen Stress sorgen kann. Wenn es ihm nicht schnell besser geht, kontaktiere deine Tierärtzin oder deinen Tierarzt.
2. Deinem Hund ist heiß
Wir kennen das selbst alle: An heißen Sommertagen oder nach einer intensiven Sporteinheit brauchen wir einfach mehr Wasser als üblich. Bei Hunden ist das genauso. Wenn sie beim Spielen oder an warmen Tagen durch das Hecheln Feuchtigkeit verlieren, müssen sie diese durch Trinken wieder ausgleichen. Zeigt dein Hund allerdings Symptome eines Hitzschlags (und ist nicht nur etwas erhitzt), solltest du sofort deine Tierärztin oder deinen Tierarzt kontaktieren. Achte auf Warnsignale wie starken Speichelfluss, Trägheit, Unruhe, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall oder Atembeschwerden.
3. Deinem Hund ist langweilig
Es muss doch einen Grund für den ständigen Durst geben, oder? Nicht unbedingt. Tatsächlich fangen vor allem Welpen manchmal aus reiner Langeweile an, Wasser zu trinken, obwohl sie eigentlich gar keinen Durst haben.
Wenn Hunde geistig oder körperlich nicht genug ausgelastet sind, stecken sie ihre Energie oft in unerwünschtes Verhalten – wie ständiges Bellen, Kauen oder eben übermäßiges Trinken. Wenn du glaubst, dass Langeweile der Grund sein könnte, probiere doch mal folgende Denkspiele und Rätsel aus, um deinen Hund sinnvoll zu beschäftigen.
4. Dein Hund hat salzhaltigere Lebensmittel gefressen
Wenn dein Hund ständig durstig ist, lohnt sich ein Blick auf seinen Speiseplan. Bekommt er oft Reste von eurem Essen? Diese sind für Hunde meist viel zu salzig. Ein weiterer wichtiger Punkt: Hunde, die Trockenfutter fressen, trinken von Natur aus deutlich mehr als Hunde, die Nassfutter bekommen. Sprich das Thema Ernährung und Durst am besten einfach mal bei eurem nächsten Tierarztbesuch an, um wertvolle Tipps und Rat zu erhalten.
5. Die Medikamente deines Hundes als Ursache
Bestimmte Medikamente, wie Steroide, können die Ursache dafür sein, dass dein Hund extrem viel Wasser trinkt. Deine Tierärtzin oder dein Tierarzt kann dir hier am besten weiterhelfen – vielleicht lässt sich die Behandlung deines Hundes anpassen oder ihr stellt das Futter auf mehr Nassfutter um. Zögere nicht, bei ihr oder ihm um Rat zu fragen, sobald dir Veränderungen beim Trinken auffallen.
6. Dein Hund hat eine Erkrankung
Ein stark gesteigertes Trinkverhalten kann ein Symptom für eine versteckte Krankheit sein. Leider gibt es viele gesundheitliche Probleme, die sich so äußern. Dazu gehören Diabetes mellitus, hormonelle Störungen wie das Cushing-Syndrom und Morbus Addison, aber auch chronische Niereninsuffizienz oder Lebererkrankungen.
Was soll ich tun, wenn mein Hund zu viel trinkt?
Auch wenn ein verändertes Trinkverhalten erst einmal Sorgen bereitet: Es gibt viele Möglichkeiten, deinem Hund zu helfen. Zuerst musst du die Ursache herausfinden, wieso dein Hund mehr trinkt als überlicherweise. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Hund einfach super aktiv ist und viel herumgetobt hat, musst du dir meist keine Gedanken machen.
Sollte das übermäßige Trinken aber gesundheitliche Gründe haben oder du dir unsicher bist, wende dich bitte immer an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.
Was du bei übermäßigem Trinken niemals tun solltest
Das Trinken übermäßiger Mengen Wasser kann ebenfalls zu übermäßigem Urinieren führen. Trotzdem darfst du deinem Hund niemals das Wasser wegnehmen! Das kann ganz schnell zur Dehydrierung führen und seinen Zustand drastisch verschlimmern.
Nimm exzessiven Durst bitte trotzdem nicht auf die leichte Schulter. Beobachte, wie viel dein Hund normalerweise am Tag trinkt, und achte auf weitere Symptome, falls er diese Menge deutlich überschreitet. Diese Infos helfen deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt enorm weiter, um die richtige Diagnose zu stellen.
Wie du das Trinkverhalten deines Hundes im Auge behältst
Wenn du das Trinkverhalten deines Hundes im Auge behalten willst, hilft eine feste Routine. So fallen dir Veränderungen sofort auf.
Das geht ganz einfach:
- Achte beim Befüllen auf die genaue Wassermenge und schau am Ende des Tages, wie viel übrig ist
- Befülle den Napf jeden Tag zur gleichen Zeit und lass ihn immer am selben Ort stehen
- Benutze immer denselben Napf und fülle ihn jedes Mal gleich voll.
Wasser ist lebenswichtig für deinen Hund – lass ihn niemals ohne frisches Wasser zurück. Wenn du dir Sorgen machst, frag einfach bei deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt nach. Sie können gesundheitliche Probleme schnell ausschließen.
Lies als Nächstes alles über das Hecheln bei Hunden, warum unsere Vierbeiner hecheln und was es bedeutet, wenn extremes Hecheln zusammen mit anderen Symptomen wie übermäßigem Durst auftritt.