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Grundlegende Kommandos

Grundkommandos

Die Ausbildung Ihres Hundes kann Spass machen und eine bereichernde Erfahrung sein. Hunde lernen schnell dazu und sind, was ihre Ausbildung anbelangt, auf Sie angewiesen. Ebenso trägt die Ausbildung zur Festigung Ihrer Beziehung mit dem Hund bei. In ihrer Gesamtheit ergeben die Kommandos – „komm“, „sitz“, „bleib“, „nein“, „platz“, „lass“ und „aus“ – einen braven, erzogenen Hund. Das Leben zuverlässig ausgebildeter Hunde ist einfacher und stressärmer als das ihrer nicht ausgebildeten Artgenossen, zudem verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihrem Herrchen entlaufen.

Junge Welpen sind eifrige Schüler, deren Ausbildung beginnen sollte, sobald Ihr neues Haustier in Ihrem Zuhause ankommt. Es gibt die völlig falsche Annahme, dass die Welpen sechs Monate oder älter sein müssen, ehe sie richtig ausgebildet werden können. Sobald sie aufstehen und laufen können, lassen sie sich, je jünger sie sind, desto leichter ausbilden und lernen auch entsprechend schneller! Die Welpen warten nur darauf, alles, was Sie ihnen beibringen wollen, wie ein Schwamm aufzusaugen.

Hier finden Sie Ratschläge zur Grundausbildung. Mehr Einzelheiten oder Tipps für eine fortgeschrittene Ausbildung erhalten Sie von einem professionellen Hundetrainer, alternativ können Sie sich eine DVD zum Thema Hundeausbildung kaufen oder eines der vielen und guten zu diesem Thema erhältlichen Bücher durchlesen.

Clicker-Training

Beim Clicker handelt es sich um ein kleines Plastikgehäuse (im Heimtierbedarf erhältlich), welches Sie mit Ihrer Hand umschliessen können. Drücken Sie mit dem Daumen auf ein Ende, ertönt ein markantes doppeltes „Klick“-Geräusch.

  • Zur Einstimmung Ihres Hundes oder Welpen auf den Clicker, wappnen Sie sich mit einem Dutzend Leckerbissen.
  • Reichen Sie diese einzeln mit jeweils kurzem Zeitabstand.
  • Machen Sie genau in dem Moment, in dem der Hund den Leckerbissen nimmt, einen Klick.
  • Ihr Hund wird schnell begreifen, dass der Klick für einen Leckerbissen steht, und wird sich fortan anstrengen, um sich seinen Klick zu verdienen. Das Klick-Geräusch nimmt die Funktion einer „Ja“-Anzeige ein und auf diese Art wird dem Hund vermittelt, dass er während des Ertönens dieses Signals etwas richtig gemacht hat.
  • Der Clicker kommt in vielen Ausbildungskursen zum Einsatz. Die nachfolgenden Übungen lassen sich sowohl mit als auch ohne Clicker ausführen.

Ausbildungsregeln

  • Halten Sie die Ausbildungseinheiten kurz und angenehm. Mehrere fünfminütige Einheiten pro Tag sind besser als eine halbe Stunde am Stück, da die Welpen  ihre Konzentration leicht verlieren können.
  • Betreiben Sie die Ausbildung nur, wenn Sie gut gelaunt sind, da Sie andernfalls Ihren Stress an Ihr Haustier weitergeben.
  • Beenden Sie die Ausbildungseinheiten immer in einem positiven Rahmen und lassen Sie den Hund etwas ausführen, das er, wie Sie wissen, leicht bewältigen kann. So sorgen Sie zum Abschluss für ein Erfolgserlebnis.
  • Ablenkungen sollten Sie in der Ausbildung zunächst vermeiden. Sorgen Sie dafür, dass Sie Ihrem Hund die Ausbildungsinhalte in einer ruhigen Umgebung vermitteln. Bauen Sie erst danach Ablenkungen ein, damit Ihr Hund lernt, die gewünschte Reaktion auch in unterschiedlichen Umgebungen zu zeigen.
  • Die Ausbildung muss immer auf Belohnungen ausgerichtet sein: Leckerbissen, Spielzeug, Spiele und Liebkosungen. Negative, auf Zwang und Bestrafung ausgerichtete Ausbildungstechniken sind grausam und funktionieren nicht. Verwenden Sie als Halsband niemals eine Würge- oder Kontrollkette, da Sie damit den Hals Ihres Hundes sehr leicht verletzen können. Für den Fall, dass Sie mehr physische Kontrolle benötigen, sollten Sie einen Hundehalfter verwenden.

Sitz!

Die erste Übung, die Sie in der Ausbildung angehen sollten.

  • Nehmen Sie einen Leckerbissen und zeigen Sie ihn Ihrem Hund.
  • Wenn Ihr Hund Interesse daran zeigt, wird er dem Leckerbissen im Versuch, es erreichen zu können, mit dem Kopf folgen.
  • Halten Sie den Leckerbissen über dem Kopf Ihres Hundes, damit er nach oben blickt, und führen Sie den Leckerbissen bis knapp hinter die Nase des Hundes, um ihn dazu zu veranlassen, seinen Kopf nach hinten zu bewegen.
  • Als einzige Möglichkeit, um an den Leckerbissen zu kommen, muss sich der Hund mit seinem Hinterteil auf den Boden absetzen.
  • Klicken Sie in dem Moment, in dem er dies tut, geben Sie ihm den Leckerbissen und loben Sie ihn sehr.
  • Nach wenigen Versuchen wird der Hund wissen, wie er seinen Klick und den Leckerbissen verdienen kann und auch seine „Sitz“-Reaktion wird schneller erfolgen.
  • Wenn der Hund klar verstanden hat, was verlangt wird, sagen Sie „Sitz!“, während er sitzt, damit er dieses Wort mit der entsprechenden Handlung verbinden kann.
  • Da Sie nun das Stichwort ins Spiel gebracht haben, werden Sie mit etwas Übung den Hund zum Sitzen auffordern, anstelle ihn mit dem Leckerbissen in die entsprechende Position zu locken.

Platz!

Bei diesem Kommando soll sich Ihr Hund hinlegen.

  • Halten Sie einen Leckerbissen so in Ihrer Hand, dass ein Stück herausragt und der Hund den Leckerbissen sehen kann.
  • Zeigen Sie dem Hund den Leckerbissen und führen Sie Ihre Hand zum Boden. Ihr Hund wird alles Mögliche unternehmen, um an den Leckerbissen heranzukommen.
  • Am Schluss wird er sich hinlegen. In diesem Moment lösen Sie einen Klick aus und geben ihm den Leckerbissen.
  • Bleiben Sie dran! Sobald der Hund begreift, dass Ihre Hand am Boden „hinlegen“ bedeutet, sagen Sie zusätzlich das Kommando „Ab!“ in dem Moment, in dem er dies macht.
  • Mit etwas Übung wird er sich schon bald auf Kommando auch ohne Leckerbissen hinlegen.

Komm! / Hier!

Ihrem Hund beizubringen, dass er zurückkommt, wenn er gerufen wird (auch „Rückruf“ genannt) gehört für den Hund wohl zu den am schwierigsten zu lernenden Dingen. Ihren Hund zurückzurufen, wenn er sich einer stark befahrenen Strasse nähert, kann ihm das Leben retten. Wenn Sie ihm beibringen, auf Ihre Aufforderung hin mit dem Spielen mit anderen Hunden aufzuhören, sparen Sie viel Zeit und Nerven. Entscheidend ist es, mit der Ausbildung früh zu beginnen (ab einem Alter von sechs bis acht Wochen), da junge Welpen es mögen, ihrem Halter zu folgen. Ein Hund von sechs Monaten oder älter ist deutlich unabhängiger und es wird deutlich schwieriger, ihm die Rückkehr auf Kommando beizubringen.

  • Bitten Sie ein Familienmitglied oder einen Freund bei dieser Übung um Hilfe.
  • Ihr Assistent kniet sich auf den Boden und behält den Welpen dicht bei ihm in einer „Sitz“-Position.
  • Setzen Sie sich in geringem Abstand vor dem Welpen hin und rufen Sie ihn zu sich, indem Sie enthusiastisch seinen Namen nennen und das Wort „Komm!“ oder „Hier!“ anfügen.
  • Schauen Sie Ihren Welpen an und breiten Sie Ihre Arme aus, als wollten Sie ihn umarmen. Dabei müssen Sie so aussehen und klingen als würden Sie sich ungeheuer freuen, den Welpen zu sehen. Es könnte hilfreich sein, wenn Sie einen Leckerbissen oder das Lieblingsspielzeug des Welpen in der Hand halten.
  • Wenn Ihnen ein unwiderstehlicher Blick gelingt, wird Ihr Welpe Ihnen entgegenflitzen. Sobald er kommt, lösen Sie einen Klick aus und loben ihn grosszügig.
  • Machen Sie die Übungen in kurzen, häufigen Einheiten und erhöhen Sie dabei allmählich die Entfernung, die Ihr Welpe zu Ihnen zurückzulegen hat.
  • Sobald Ihr Welpe auf den Rückruf zuverlässig reagiert, beginnen Sie ihn zu rufen, wenn Sie für ihn ausser Sicht sind. Spielen Sie zu Hause Verstecken, damit Ihr Welpe Sie finden muss.
  • Verlagern Sie die Ausbildung in den Garten und bringen Sie kontrollierte Ablenkungen ins Spiel, wie z. B. einen vorbeigehenden Freund. Wenn Sie keinen eigenen Garten haben sollten, können Sie die Übungen im Garten eines Freundes abhalten. Beginnen Sie diese Phase der Ausbildung jedoch nie in einem öffentlichen Park.
  • Erst wenn Ihr Welpe Ihnen in einem umzäunten Garten auch trotz Ablenkungen zuverlässig folgt, können Sie die Ausbildung in einen Park verlegen. Nehmen Sie Ihren Hund an eine Rollleine oder ausreichend lange Ausbildungsleine. Dies vermittelt dem Hund ein Gefühl von Freiheit, während Sie weiterhin die Kontrolle behalten.
  • Üben Sie den Rückruf mehrmals. Denken Sie daran, dass Sie sich im Park durchsetzen müssen, da ein heranwachsender Welpe dort mit jeder Menge interessanter Ablenkungen konfrontiert wird.
  • Sollte Ihr Welpe in eine nicht gewünschte Richtung weglaufen und Ihre Rufe ignorieren, sollten Sie ihm nicht nachsetzen, da er dann denken wird, dass hier ein tolles Spiel gespielt wird. Laufen Sie stattdessen in die Gegenrichtung (wobei Sie das Ende der Ausbildungsleine weiterhin festhalten).
  • Dies wird den Welpen verwirren und schliesslich wird er hinter Ihnen herlaufen. Durch Ihr Weglaufen lernt der Welpe, Sie stets aufmerksam im Blick zu behalten, wenn Sie mit ihm nach draussen gehen – für den Fall, dass er Sie aus den Augen verliert.
  • Es ist falsch, einen Welpen anzuschreien, weil er nicht auf einen Rückruf reagiert hat, oder ebenso, wenn er abgewiesen wird, nachdem er endlich zu Ihnen zurückkehrt – dies würde ihn verwirren. Ihr Bestreben sollte sein, dass er die Rückkehr zu Ihnen mit einer Belohnung in Verbindung bringt. Seien Sie geduldig.

Bleib!

„Bleib“ ist das wahrscheinlich am schwierigsten zu vermittelnde Kommando. Welpen hassen es einfach, ruhig dazusitzen! Mit kurzen, häufigen Ausbildungseinheiten lässt sich dieses Kommando jedoch meistern und kann sich in verschiedenen Situationen als nützlich erweisen, z. B. wenn Ihr Hund bereits aus dem Auto herausstürmen will, ehe Sie ihm die Leine angelegt haben.

  • Beginnen Sie mit dem Kommando „platz-bleib“. Fordern Sie Ihren Hund auf, „Platz“ zu nehmen.
  • Sagen Sie mit konstantem Tonfall „bleib“ und strecken Sie Ihre Hand mit nach vorne ausgerichteter Handfläche vor sich aus.
  • Warten Sie ein paar Sekunden ab, lassen Sie dann einen Klick ertönen und belohnen Sie Ihren Hund dafür, dass er seine Position eingehalten hat. Üben Sie dies mehrere Male.
  • Als nächstes erteilen Sie Ihm die Aufforderung „platz“, gehen einen Schritt zurück und sagen „bleib“.
  • Nach etwa drei Sekunden lassen Sie einen Klick ertönen, gehen einen Schritt vor und belohnen Ihren Hund. Loben Sie ihn dafür, dass er dies brav gemacht hat.
  • Erhöhen Sie allmählich Dauer und Abstand des „Bleib“-Kommandos, aber übertreiben Sie es hier nicht.
  • Wenn Ihr Hund sich nicht an das „Bleib“-Kommando hält, sollten Sie ihn nicht anschreien. Als Lektion reicht es aus, wenn Sie keinen Klick ertönen lassen oder ihm keine Belohnung geben. Den Hund zu tadeln wäre kontraproduktiv.
  • Sobald Ihr Hund das Kommando „platz-bleib“ verinnerlicht hat, bringen Sie ihm unter Verwendung derselben Technik das „bleib“ in der „Sitz“-Position und schliesslich in der „Steh“-Position bei.

Nein!

Der überwiegende Erfolg der Ausbildung erfolgt durch Belohnung eines richtigen Verhaltens und Ignorierung unerwünschter Reaktionen. Ihr Hund strebt nach Ihrer Zustimmung. Manchmal ist es jedoch erforderlich, Ihrem Hund klar zu machen, dass er nicht das richtige Verhalten gezeigt hat. Anstatt ihn anzuschreien und ständig „Nein“ zu sagen, lässt sich ein schneller Fortschritt erzielen, wenn dem Hund zunächst ein „Nein“-Signal vermittelt wird, das ihn immer dann, wenn er es hört, dazu veranlasst, die gerade ausgeführte Handlung abzubrechen.

Im Idealfall, wenn Ihr Hund also nicht überängstlich ist oder ihn plötzliche Geräusche erschrecken, benötigen Sie zur Hundeausbildung vorgesehene Schellen. Diese bestehen aus fünf Metallscheiben, die wie kleine Schlagzeugbecken aussehen und mit einem Schlüsselbund verbunden sind. Die Schellen lassen sich ohne Geräuschentwicklung in der Hand halten und genau in dem Moment zum Klingen bringen, wenn Sie ein „Nein!“ anzeigen müssen, was einen einzigartigen Klang ergibt, mit welchem der Hund höchstwahrscheinlich nie wieder konfrontiert werden wird.

  • Wenn das Kommando „Nein!“ erlernt werden soll, nehmen Sie erst ein paar Leckerbissen an sich. Genauso wie Sie dem Hund beibringen, den Klick mit dem Leckerbissen in Verbindung zu bringen, müssen Sie ihm nun vermitteln, dass das Erklingen der Schellen bedeutet, keinen Leckerbissen zu erhalten.
  • Legen Sie einen Leckerbissen auf den Boden. Wenn sich der Hund nähert und ihn fressen will, bringen Sie die Schellen in Ihrer Hand zum Klingen. Entfernen Sie den Leckerbissen, während Sie die Schellen weiterhin betätigen, sagen Sie jedoch nichts… und überlassen Sie die Arbeit dem Klang.
  • Im Verlauf mehrerer Wiederholungen sollte der Hund sich von dem Klang nicht mehr erschrecken lassen und wird den Klang allmählich damit in Verbindung bringen, keine Belohnung zu erhalten. Am Ende wird er in der Erwartung, dass die Schellen ertönen, noch nicht einmal den Versuch unternehmen, sich den Leckerbissen zu holen, sondern aufgeben und enttäuscht dreinschauen.
  • Lassen Sie ihn nun eine andere Handlung wie z. B. „Sitz!“ ausführen, für die er mit einem Leckerbissen belohnt wird, was ihn von seiner zuvor vorhandenen Enttäuschung und Frustration befreit.
  • Schon bald wird der Hund die Handlungen verinnerlichen, an denen die Schellen zum Einsatz kamen und die er nicht erfolgreich gemeistert hat. Eingie Zeit später wird er von den entsprechenden Handlungen ablassen, ohne dass Sie auf die Schellen zurückgreifen müssen.

Lass!

  • Mit Hilfe der Schellen lässt sich auch ein „Lass“-Kommando vermitteln.
  • Legen Sie etwas Leckeres so auf den Tisch, dass es für den Hund erreichbar ist. Geben Sie ihm das Kommando „Lass!“, zählen Sie bis drei und geben Sie ihm dann einen Leckerbissen (aber nicht den Leckerbissen, den der Hund gerade auf dem Tisch hat lassen sollen).
  • Wenn der Hund sich aufmacht, um den Leckerbissen zu holen, lassen Sie die Schellen ertönen.
  • Erhöhen Sie im Verlauf mehrerer Übungseinheiten die Zeit, die der Hund abwarten muss, eher er den Leckerbissen erhält.

Runter!

  • Wenn Sie Ihren Hund auf dem Sofa erwischen, sagen Sie „Runter!“ und fordern ihn auf, zu Ihnen zu kommen.
  • Wenn er „runter“ geht, loben Sie ihn ruhig mit Worten und einem „Klick“, wenden Ihre grundlegende Gehorsamsausbildung an und befehlen Sie ihm „Sitz!“ oder „Platz!“. Diese Ausführung kann anschliessend ebenfalls belohnt werden.
  • Wenn der Hund nicht vom Sofa heruntergeht, legen Sie Hand an und sagen anschliessend „Runter!“ wie oben.
  • Seien Sie unbedingt konsequent. Wenn auch nur ein Familienmitglied diese Hausregel nicht befolgt, ist alles umsonst!
  • Wenn er bei Ihrem Versuch, ihn von der Couch zu bewegen, knurren sollte, lassen Sie davon ab und wenden Sie sich möglichst bald an einen qualifizierten Verhaltensforscher. Versuchen Sie nicht, auf eigene Faust gegen ein aggressives Problemverhalten vorzugehen, da Sie dadurch die Situation verschlimmern könnten.
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Übermässiges Bellen

Übermässiges Bellen

Hunde bellen - Bellen stellt ihre Art dar, sich untereinander und mit uns Menschen zu verständigen - und kein Hundehalter sollte von seinem Hund erwarten, dass sich dieser mucksmäuschenstill verhält. Es liegt nicht nahe, dass ein Hund beispielsweise bei einem Klopfgeräusch an der Tür keinen Laut von sich gibt. Es ist ihre Pflicht, uns mitzuteilen, dass jemand da ist! Allerdings können Probleme entstehen, wenn Hunde übermässig bellen. 

Warum bellt Ihr Hund?

Wenn Ihr Hund mehr als gewöhnlich bellt, sollten Sie zunächst überlegen, warum er bellt. Machen Sie sich ausserdem Notizen dazu, zu welcher Uhrzeit und mit welchem Klang Ihr Hund bellt. Dies erleichtert Ihnen, die verantwortliche emotionale Ursache zu ermitteln. 

  • Fühlt sich Ihr Hund nicht wohl oder hat er Schmerzen? Bringen Sie Ihren Hund zur Untersuchung zum Tierarzt.
    Ist Ihr Hund gelangweilt? Sorgen Sie für mehr gemeinsame Zeit, in der Sie Ihren Hund erziehen oder mit ihm anregende Spiele wie „such die Belohnung“ spielen oder allgemein mit ihm in Bewegung sind. Fragen Sie einen Hundetrainer um Hilfe und Ratschläge.
    Bellt Ihr Hund, weil er allein gelassen wurde und Sie zurückzurufen versucht? Trifft es vielleicht zu, dass Sie Ihren Hund zu lange allein lassen? Falls ja, müssten Sie vielleicht jemanden finden, der sich um Ihren Hund kümmert oder mit ihm Spazieren geht und ihm in Ihrer Abwesenheit Gesellschaft leistet. Oder hat Ihr Hund, falls er faktisch nur für kurze Zeit allein gelassen wird, eine übergrosse Abhängigkeit zu Ihnen entwickelt? Vielleicht benötigen Sie die Hilfe eines Ihnen vom Tierarzt empfohlenen Verhaltensforschers? Dieser könnte Ihrem Hund vermitteln, sich auch allein sicher zu fühlen. 

Stellen Sie sich Bellen als Symptom vor: Ihren Hund lediglich verstummen zu lassen, löst nicht das eigentliche Problem. Aus diesem Grund sollten keinerlei „automatische“ Anti-Bell-Halsbänder verwendet werden, insbesondere solche, die elektrische Ladungen oder unangenehme Gerüche freisetzen. Damit könnten Sie provozieren, dass aus dem Bellen ein noch grösseres Ärgernis wird.

Zwanghaftes Bellen

Einige Hunde können in eine „Bellen-Endlosschleife“ verfallen und können nur schwer wieder mit dem Bellen aufhören. Betrachten Sie auch hier diese Situation aus der Sichtweise Ihres Hundes. Was tun Sie, wenn Ihr Hund bellt? Die meisten Halter schreien Ihre Haustiere an, um diese verstummen zu lassen, was Hunde selten bis gar nicht als aktive Handlung, sondern vielmehr dahingehend interpretieren, dass die Halter sich am Bellen beteiligen. In dieser Situation denken die Hunde, dass ihr Handeln gerechtfertigt ist und sie bellen umso mehr.

Bemühen Sie sich stattdessen, geduldig zu sein. Rufen Sie den Hund mit ruhiger und kontrollierter Stimme zu sich und erregen Sie seine Aufmerksamkeit mit ein paar grundlegenden Ausbildungsübungen. Belohnen Sie das Tier dafür, wenn es mit dem Bellen aufhört. Dies könnte bereits alles sein, das erforderlich ist. Ist das Problem tiefer verankert, sollten Sie sich hingegen an einen Trainer für bellfreudige Welpen und Junghunde oder an einen Verhaltensforscher wenden, die Sie bei fortgesetztem Bellen oder bei Problemen mit heulenden älteren Hunden unterstützen können. Ihr Tierarzt wird Ihnen die Kontaktdaten zuverlässiger Fachleute mitteilen können.

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Ängstliche Hunde

Ängstliche Hunde

Einige Hunde sind von Natur aus ängstlicher als andere, manche Hunde sind dafür mehr veranlagt. Angst ist aber auch etwas, das viele Hunde erlernen – typische Ängste und sogar Phobien sind solche, die mit Vorgängen in Tierarztpraxen, körperlicher Bestrafung, Eingeschlossen-Sein, Stürmen und lauten Geräuschen in Zusammenhang stehen. 

Wenn sich Hunde einem entsprechend grossen Druck ausgesetzt sehen, könnten sie einen Fluchtversuch unternehmen, ungewollt Harn lassen oder sogar beissen, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen. Auch wenn die im Einzelfall beteiligten Faktoren variieren können, gibt es doch ein paar gemeinsame Ansätze, die Ihnen bei der Linderung und Lösung des Problems helfen können.  

Angst behandeln

Ist die Ursache für die Angst oder Furcht bekannt, ist es hilfreich, den Hund langsam an die Hauptursache heranzuführen und ein ruhiges Verhalten zu belohnen. Diese Methode wird als Desensitivierung bezeichnet. Bestrafung, intensives Tadeln oder raue Methoden in der Ausbildung – ohnehin für jegliche Situation ungeeignete Techniken – sollten bei ängstlichen Hunden stets vermieden werden. Solche Methoden würden das Problem nur noch verschlimmern.

In Fällen, bei denen Aggression in Kombination mit Angst vorliegt, kann Ihnen ein Verhaltensforscher Ratschläge zu Fragen der Sicherheit und Behandlung geben. Wenn Sie Geduld und beständige Bemühungen zeigen, können und werden ängstliche Hunde ihre Selbstsicherheit wiedererlangen.

In Extremfällen profitieren manche ängstliche Hunde von einem vorübergehend durchgeführten Anti-Furcht-Training, das ein Tierarzt in Verbindung mit einem Verhaltensprogramm verschreiben könnte. Allerdings ist es wesentlich besser, der Ursache für die Furcht auf den Grund zu gehen und ein Trainingsprogramm aufzunehmen, das dem Hund vermittelt, wie er seine Furcht auch ohne Medikation überwindet.

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Hausordnung für Welpen

Hausordnung für Hundewelpen

Ehe Sie Ihren Hundewelpen mit nach Hause bringen, ist es wichtig, mit allen Mitgliedern Ihrer Familie und insbesondere Ihren Kindern eine gewisse Hausordnung für den Hundewelpen festzulegen. Ist es Ihnen recht, dass der Welpe aufs Sofa geht und es sich dort bequem macht, oder erlauben Sie ihm dies kategorisch nicht? Jedes Zuhause ist unterschiedlich und es liegt an Ihnen und Ihrer Familie, zu entscheiden, was als gutes oder schlechtes Benehmen gilt. Aber es reicht nicht aus, einfach nur Regeln zu haben – diese sind von allen auch konsequent anzuwenden, sobald der Welpe bei Ihnen eintrifft.

Ausserdem müssen Sie mit Ihrer Familie die im Zusammenhang mit dem Hund zu verwendenden Begriffe besprechen. Welche Begriffe werden dann von allen während der Ausbildung oder im allgemeinen Familienleben einheitlich verwendet, und mit welcher Bedeutung? 

  • Welpen benötigen sehr viel Schlaf. Schläft ein Welpe, sollten Sie ihn nicht stören.
  • Sie sollten Ihren Hundewelpen niemals necken.
  • Wenn Ihr Welpe beim Spielen zwickt oder etwas zu aufgedreht wird, sollte das „Opfer“ laut aufheulen, sich für einen Augenblick wegdrehen und danach den Welpen ignorieren.
  • Geben Sie Ihrem Welpen niemals Tischabfälle, da ihn dies zum Betteln verleiten und Magenverstimmungen hervorrufen könnte.
  • Legen Sie fest, welche Räume bzw. Bereiche der Welpe betreten darf. Für ihn unzulässige Bereiche könnten beispielsweise Obergeschosse oder das Wohnzimmer sein. Welpen sollten nicht unbeaufsichtigt Treppen laufen. Bestimmte Bereiche lassen sich durch Treppengitter für den Welpen unzugänglich machen.
  • Legen Sie fest, wo der Welpe schlafen soll und bleiben Sie dabei. Wenn Haustiere mit ins Bett dürfen, nur weil sie jaulen oder sonst irgendwie auf sich aufmerksam machen, hat das als Lerneffekt zur Folge, dass das Tier, wenn es nachts das Haus auf den Kopf stellt, dafür auch noch belohnt wird!
  • Kleine Kinder sollten den Welpen nicht unbeaufsichtigt auf den Arm nehmen.
  • Ihr Welpe sollte beim Essen nicht gestört werden.
  • Legen Sie fest, dass sich alle im Turnus um den Welpen kümmern. Wer ist wann fürs Füttern und für den Auslauf zuständig?
  • Alle Familienmitglieder und Besucher sollten gewarnt werden, dass alle auf dem Boden verbliebene Gegenstände für den Welpen Spielzeuge darstellen. Hausaufgaben, teure Trainingsgeräte, Handtaschen, Wäsche – machen Sie für den Welpen alles unzugänglich, bis er gelernt hat, was seine Spielzeuge sind!
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Besitzergreifende Hunde

Besitzergreifende Hunde

 Hunde konkurrieren in aller Regel untereinander, aber auch mit ihrer menschlichen Familie um Aufmerksamkeit, Lieblingsstühle, Lieblingsspielzeug oder den Zugang zu Futter. Das Leben in einer sozialen Gemeinschaft hat ihre Vorteile, kann aber natürlich auch Stress fördern, wenn bestimmte Gegenstände oder Aktivitäten besonders begehrt oder selten sind. Die meisten Hunde können offensichtlich Grenzen erkennen und unterwerfen sich den Mitgliedern ihrer menschlichen Familie. In manchen Fällen allerdings können Sie jeden, der sich ihnen in den Weg stellt, mit Knurren oder sogar Beissen bedrohen. 

Besitzergreifendes Verhalten erkennen

Der Begriff ”besitzergreifende Aggression” wird zur Beschreibung eines bedrohlichen Verhaltens benutzt, beispielsweise Starren, „über jemanden stehen“, Knurren, Kneifen oder Beissen, wenn dies im Zusammenhang mit Futter, Spielzeug oder anderer dem Hund gehörender Gegenstände steht. Im Gegensatz zur mit Dominanz in Verbindung stehenden Aggression, die gewöhnlich erstmalig bei Tieren im jungen Erwachsenenalter auftritt (tendenziell bei den Rüden), ist die besitzergreifende Aggression bei Welpen oder Hunden beiderlei Geschlechts zu beobachten. Auch wenn einige Hunde mit dominanter Aggression bereits im Welpenalter ein besitzergreifendes Verhalten gezeigt haben, muss sich nicht jeder besitzergreifende Welpe später zu einem aggressiven Hund entwickeln.

Was können Sie dagegen tun?

Ebenso wie andere Arten aggressiven Verhaltens kann auch ein besitzergreifendes Verhalten zu ernsthaften Bissen führen. Hundewelpen muss vermittelt werden, dass dieses Verhalten unangebracht ist. Eine von Trainern verwendete erfolgreiche Methode besteht darin, Ihrem Welpen beizubringen, etwas auf Kommando fallen zu lassen. Anfangs erfolgt dies mit eher uninteressanten Objekten, das Fallenlassen (nachdem sich der Hund im Idealfall vom Gegenstand entfernt und sich absetzt) wird mit einem verlockenden Leckerbissen belohnt. Ebenso ist Vorbeugung angeraten, was insbesondere für Haushalte mit Kindern gilt. Beispielsweise sollten Hunde, die sehr viel Stress entwickeln, wenn sich ihnen jemand während des Fressvorgangs nähert, für die Dauer der Nahrungsaufnahme separiert werden, wobei Hunde, die knurren oder beissen, wenn sie an Spielzeug kauen oder damit spielen, keinen Zugang zu Spielzeug erhalten sollten, bevor sie nicht von anderen Hunden oder den Familienmitgliedern getrennt sind.

Kontrolle ist entscheidend

Behalten Sie unbedingt im Hinterkopf, dass Aggressivität ungeachtet der hierfür verantwortlichen Motivation nicht „behandelt“, sondern lediglich kontrolliert werden kann. Wenn Ihr Hund bereits ein Verhalten wie Knurren, Kneifen oder Beissen gezeigt hat, sollten Sie Ihren Tierarzt bitten, Sie an einen Fachmann für Tierverhalten zu verweisen.

 

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Aufmerksamkeit suchende Hunde

Nach Aufmerksamkeit suchende Hunde

Hunde suchen oft unsere Aufmerksamkeit sowie Zuneigung. Intelligente oder fordernde Hunde lernen schnell, wie sie dieses Ziel erreichen, aber manchmal können diese Bemühungen doch etwas zu weit gehen.

Manche Hunde lernen, dass sie unsere ungeteilte Aufmerksamkeit erhalten, indem sie übermässig bellen, hochspringen und mit ihren Pfoten verrückt spielen, in die Leine beissen, Gegenstände stehlen, stereotypische Verhaltensmuster (seinen eigenen Schwanz verfolgen) oder sogar Aggression an den Tag legen. Bei einem unangemessenen, nach Aufmerksamkeit suchenden Verhalten handelt es sich im Allgemeinen sogar um ein Phänomen, dessen Einschätzung Verhaltensforschern überlassen wird. 

Bestimmtes Verhalten abgewöhnen

Hunde erlernen, wie man sich benimmt – wobei dieser Lernprozess nur stattfindet, wenn das Verhalten auf eine bestimmte Art unterstützt bzw. bestätigt wird. Zu erkennen, wie der Hund versucht, Ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und wie Sie damit umgehen, kann sich als nützlich erweisen. Beispielsweise könnte der Hund bellen, während Sie ein Telefonat führen. Diese ärgerliche Angewohnheit wird häufig ignoriert, ausgenommen dass der Hund gelegentlich getadelt und aufgerufen wird, ruhig zu sein. Dies stellt jedoch eine Belohnung dar und verstärkt das ungewollte Bellen zusätzlich. Der Hund bellt weiterhin, weil (a) dadurch Ergebnisse erzielt werden – Sie unterbrechen Ihr Telefonat und (b) ein ruhiges Verhalten ignoriert und für sich nur selten belohnt wird. Verfügen Sie über das Wissen um diese Prinzipien, können Sie das Verhalten des Hundes wesentlich leichter korrigieren.

Grundlagenausbildung

Im Allgemeinen sollten Hunde die grundlegenden Gehorsamkeitsübungen und insbesondere die Kommandos „Sitz“ „Ab“ „Bleib“ und „Bei Fuss“ erlernen und befolgen. Halten Sie die Ausbildung frisch! Eine konsequente Vorgehensweise ist sehr wichtig. So könnte Hunden zuerst das Kommando „Sitz“ erteilt werden, ehe sie etwas holen dürfen bzw. bekommen, das sie wollen – das könnte beispielsweise Aufmerksamkeit, Liebkosungen, Nahrung oder eine Spieleinheit sein – um ihnen auf diese Weise leichter beibringen zu können, in der Umgebung von Personen ihre Gefühle im Zaum zu halten.

Kontrolle durch Leinenführung

Hunde, die zum unkontrollierten Herumlaufen neigen, sollten vor möglicherweise problematischen Situationen stets angeleint werden. Dies ist bei weitem besser als der Versuch, den Hund anzuleinen, nachdem sein schlechtes Verhalten eingesetzt hat. Wenn sich Ihr Hund beispielsweise auf Besucher stürzt, leinen Sie ihn an, bevor Sie die Haustür öffnen – so haben Sie ihn unter Kontrolle und können sein Verhalten gegebenenfalls korrigieren.

Sorgen Sie für Stimulation

Manchmal erhalten nach Aufmerksamkeit suchende Hunde zu wenig körperliche und geistige Stimulation. Einem Hund sollte wenig, aber über den Tag verteilt häufig Aufmerksamkeit geschenkt werden. Falls Sie ihm überhaupt keine Aufmerksamkeit schenken, gewöhnen Sie Ihren Hund an Signale, anhand derer er merkt, dass er ignoriert wird (z. B. ihm den Rücken zu kehren, Vermeidung von Augenkontakt, Berührung, Sprachkontakt usw.). Jeglicher Kontakt mit dem Hund muss von Ihnen sowohl ausgehen als auch beendet werden.

Belohnung

Hunde lernen schnell, wenn „gutes“ Verhalten belohnt und „schlechtes“ Verhalten ignoriert wird.

Sollte das Problem nicht abgestellt sein, fragen Sie Ihren Tierarzt um Rat oder um Vermittlung eines Fachmanns für Hundeverhalten – insbesondere wenn Ihr Hund auch aggressiv werden kann. Mit Verständnis, Konsequenz und Geduld können Sie Ihrem Hund schnell bessere Manieren anerziehen und Ihr Hund wird weniger auf Sie angewiesen sein.

 

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